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Die wechselvolle Geschichte des BSV Roleber

Keimzelle Fußball

Schon fast ein Jahrzehnt vor dem Gründungsjahr wurde in Roleber Fußball gespielt. Die Chronik berichtet von manch hartem Kampf, den die Spieler im schwarzgelben Dress unter dem Namen "Rheingold" lieferten. Im Jahre 1919 wurde dann der Beschluss gefasst, dem Westdeutschen Spielverband (WSV) beizutreten. Mit diesem Tag erhielt der Verein den Namen SV 1919 Roleber und seine grün-weiße Spielkleidung.

Neben der Fußballabteilung wurde in all den Jahren auch eine Leichtathletikabteilung unterhalten. Die geringe Bevölkerungsdichte in diesem Raum - dadurch nur wenige Aktive und keine Jugendmannschaften - bedingte, dass die Fußballer über die zweite Kreisklasse nicht hinauskamen. Dennoch war der Verein immer Mittelpunkt des geselligen Lebens. Mit Ausbruch des 2.Weltkrieges 1939 ruhte dann jegliches Vereinsleben.
Am 30.September 1945 wurde bei der Militärregierung der Antrag gestellt, wieder Fußball spielen zu dürfen. Die Genehmigung hierzu erhielt man unter der Bedingung, einen politisch zuverlässigen Mann als 1.Vorsitzenden zu benennen. Nun nahm das Vereinsleben einen großen Aufschwung.
Allmählich, mit dem stetigen Anwachsen der Bevölkerung, stieg auch die Mitgliederzahl. Das Interesse der Jugendlichen wuchs, und mehrere Jugendmannschaften konnten gemeldet werden. Nicht zuletzt dieser Jugendarbeit war es zu verdanken, dass im Jahre 1963 erstmals der Aufstieg in die 1.Kreisklasse errungen werden konnte. Leider blieb es bei einer nur einjährigen Gastrolle, denn gleich sieben unserer jungen Spieler wurden zur Bundeswehr eingezogen, und diesen Verlust konnte die Mannschaft nicht verkraften. So war der Wiederabstieg in die 2.Kreisklasse unvermeidbar.
Wenn auch in der Folge kaum sportliche Erfolge zu verzeichnen waren, so rückte der Verein doch mehr und mehr in den Blickpunkt der Öffentlichkeit. Als einziger Ortsverein oblag ihm vielfach die Gestaltung und Organisation der öffentlichen Veranstaltungen. Die jährlichen Stiftungsfeste wurden immer größer und attraktiver. Auch die Jugendarbeit wurde weiter vorangetrieben und eine Mitglieder-Werbeaktion in großem Umfang eingeleitet. Allein von 1964 bis 1966 konnten fast 200 neue Mitglieder für den Verein geworben werden.

Mit dem Anwachsen der Mitgliederzahl und der dadurch bedingten besseren finanziellen Ausstattung des Vereins konnte 1966 erstmals eine zielstrebige, auf Erfolg ausgerichtete Arbeit aufgenommen werden. Zu diesem Zeitpunkt wurde auch mit dem Neubau unseres Sportplatzes begonnen. Weil dem SV Roleber kein eigenes Gelände zur Verfügung stand, mußte man mit dem Spiel- und Trainingsbetrieb auf die Sportanlagen der Nachbargemeinden Hangelar, Pützchen,Beuel und Vilich-Müldorf ausweichen. Sogar die Sportschule Hennef wurde ins Trainingsprogramm mit aufgenommen. Nebenbei wurde auch noch am Sportplatz gearbeitet: Vorstand und Spieler scheuten sich nicht, für die Interimszeit bei der Herrichtung des Sportplatzes, für den die Kautexwerke das Gelände zur Verfügung gestellt hatten, mit Hand anzulegen.
Nach dem Aufstieg in die 1.Kreisklasse konnte dann im Januar 1968 erstmals ein Heimspiel auf dem neu erstellten Platz ausgetragen werden. Mit dem neuen Platz blieben dem SV Roleber Glück und Erfolg weiterhin treu - erstmals in der Vereinsgeschichte stieg man in die Bezirksklasse auf.

Auf dem Weg zum Großverein

Mit dem verstärkten Zuzug in die Gemeinde Holzlar wuchs auch das Interesse an anderen Sportarten. Da jedoch ein klarer Beschluß vorlag, keinen zweiten Sportverein in Holzlar zu gründen, wurde dem Fußballverein SV Roleber auferlegt, für ein breit gefächertes Sportangebot zu sorgen. In den Jahren 1970/71 wurde daraufhin eine umfassende Bürgerbefragung durchgeführt - 2300 Fragebögen wurden verschickt, von denen immerhin 655 ausgefüllt zurückkamen -, um die Sportinteressen der Holzlarer und Holtorfer Bürger zu erfahren. Nach der Auswertung wurden nach und nach die Abteilungen ins Leben gerufen, die auch heute noch den Verein neben der Fußballabteilung bilden: Tennis, Volleyball, Basketball, Turnen, Tischtennis und Judo.

Die Ausweitung des Vereines auf sieben Abteilungen bedurfte harter Vorstandsarbeit gerade in den Jahren 1972/73. Denn mit der Einrichtung neuer Abteilungen war es nicht getan, sie mussten auch Gelegenheit für einen ordnungsgemäßen Sport- und Spielbetrieb erhalten. Vordringlichste Aufgabe war es deshalb, eine geeignete Turnhalle nach Holzlar zu bekommen und endlich den lange versprochenen Bau der Tennisplätze in Angriff zu nehmen. Hier gebürt dem damaligen Vorsitzenden Heinz Vörding große Anerkennung. 1975 war ein erstes Teilziel seiner Arbeit erreicht: die Turnhalle in Holzlar - zwar etwas kleiner als erhofft - und die ersten drei Tennisplätze am Wolfsbach konnten eingeweiht werden. Dies bedeutete einen großen Aufschwung für den Verein, der mit inzwischen fast 1500 Mitgliedern rechtsrheinisch zum größten Verein herangewachsen war und in Gesamt-Bonn an 5.Stelle lag.

Schon nach kurzer Zeit platzte der Verein aus allen Nähten, konnten die vorhandenen Sportstätten den Andrang der Mitglieder nicht mehr verkraften. Das Ende vomLied: Aufnahmesperre! Daß dies jedoch keiner Vereinsführung ins Konzept passt, ist klar. So plante der Vorsitzende Vörding weiter. Er strebte ein vereinseigenes "Bewegungszentrum" mit einer Dreifachturnhalle, einer Schwimmhalle mit Lehrschwimmbecken und einem Gymnastiksaal - gleichzeitig als Mehrzweckhalle verwendbar - an. Diese Pläne verschwanden aber wieder in der Schublade, als sich Heinz Vörding 1976 nicht mehr als Vorsitzender zur Wahl stellte.

Der neue Vorsitzende, Dr. Paul Wünschmann, wollte von diesen hochtrabenden Planungen nicht viel wissen. Er setzte auf eine Konsolidierung des Vereins, auf eine vertretbare Größe, auf eine beständige Mitgliederzahl mit guter Zahlungsmoral statt auf einen Mammutverein, der von ehrenamtlichen Kräften allein nicht mehr hätte geleitet werden können. Diese Politik der Konsolidierung wurde auch von seinem Nachfolger Helmut Klinke fortgesetzt.
Im Jahre 1993 trat der Vorsitzende Hermann Bellinghausen von seinem Amt zurück und der damalige wie auch heutige 2.Vorsitzende Elmar Heide-Schoenrock übernahm den Vorsitz kommissarisch - für die Übergangszeit bis zur nächsten Jahreshauptversammlung. Unfassbarer Weise konnte auf der Jahreshauptversammlung 1994 kein neuer 1.Vorsitzender gewählt werden - es fand sich kein Kandidat für diesen Posten. Erst auf einer außerordentlichen Jahreshauptversammlung 1995 fand sich ein Interessent für den Vorsitz, der dann auch einstimmig gewählt wurde: Peter Blumenthal, der dann bis 2014 das Amt des 1.Vorsitzenden im BSV Roleber 1919 e.V. bekleidete.

Mit der Erstellung der Halle "Om Berg" war dann auch das Sportstättenangebot fast ausreichend. Kummer machte aber besonders der Zustand der Umkleiden am Sportplatz Siebengebirge. Er spottete mittlerweile - trotz substanzerhaltender Eigeninitiative von Seiten des BSV - jeglicher Beschreibung.
Da die Stadt sich außer Stande sah, einen Umkleideneubau zu finanzieren, wurden folgerichtig im Rat Mittel zur Unterstützung des Baus einer Umkleide durch den BSV Roleber zur Verfügung gestellt. Um eine solche Baumaßnahme finanzieren zu können, stellte der BSV beim Regierungspräsidenten Köln Antrag auf Kostenzuschuss aus Landesmitteln. Die Bearbeitung dieses Antrages dauerte zwei Jahre, noch nicht einmal eine vorläufige Zustimmung zum Baubeginn wurde in der Zeit erteilt.
Dann ein kleiner Schock: der RP lehnte einen Kostenzuschuss aus Landesmitteln auf Empfehlung des Umweltamtes Köln ab. Begründung: der Sportplatz Siebengebirgsstr. sei aufgrund eines TÜV-Gutachtens aus dem Jahre 1993 als aus umweltschutzrechtlicher Sicht bedenklich einzustufen (wegen Überschreitens der Immissionshöchstwerte um ganze 2dB in der Spitze) und dürfe in seinem Bestand nicht durch Landesmittel gefördert werden.

Auf einer außerordentlichen Mitgliederversammlung im August 2001 holte sich der Vorstand die Zustimmung der Mitglieder in seinem Vorhaben, am Bau der Umkleide festzuhalten. Ein neuer Finanzierungsplan mit einem nunmehr deutlich höherem Anteil an Eigenleistung (Geld- + Sachmittel) wurde erstellt. Ende November 2001 wurden dann neun Bauunternehmer mit der Bitte um Abgabe eines Pauschalangebotes zur Rohbauerstellung angeschrieben, bis Ende des Jahres lagen sechs Angebote vor, von denen dann nach nochmaliger Nachbesserung das günstigste der Fa. Werres aus Alfter das Rennen machte. Am 18.02.2002 war dann tatsächlich Baubeginn.

Die Rohbauerstellung bis hin zum Richtfest ging zügig vonstatten, auch die in Eigenleistung von Fred Wiehlpütz mit Hilfe von Adrian Schoppa erbrachte Dacheindeckung lag noch voll im Zeitplan. Dann allerdings brachten bauliche Änderungen im Innenbereich und das Ausbleiben von benötigten Spendengeldern den Fortgang des Baus ins Stocken, so dass sich die Vollendung bis in den Sommer 2005 hinzog. Am 23.08.2005 konnte dann endlich die Bauabnahme durch das Bauordnungsamt der Stadt erfolgen und der Neubau mit der offiziellen Eröffnung am 03./04.09.2005 in Betrieb genommen werden.

Die Mitgliederzahl hat sich inzwischen bei 1300 eingependelt - mehr als die Hälfte davon Kinder und Jugendliche. Zu den größten derzeitigen Problemen gehört die Erhaltung des Sportangebotes besonders im Vorschulbereich, da einerseits immer weniger Übungsleiter zu frühen Nachmittagsstunden zur Verfügung stehen und andererseits das Sportstättenangebot durch die Einführung der OGS (Offenen Ganztagsschule) sowohl Om Berg als auch in der Grundschule Holzlar beschnitten wurde.